Wenn Plan A nicht hinhaut

Das war mein Plan ...

Das war mein Plan …

... und das kam dabei heraus.

… und das kam dabei heraus.

 

 

 

 

 

 

 

 

C1-Niveau***Wir leben in ungewissen Zeiten und vieles verändert sich auf eine Art und Weise, die wir nicht vorhersehen können. Das kann ein Gefühl der Unsicherheit in uns auslösen, wie wir es im Magen spüren, wenn wir mit einem Flugzeug durch Turbulenzen fliegen. Dieses Beispiel stammt von der Philosophin Natalie Knapp, die Unsicherheit als das kleinere Übel bezeichnet. Sie findet, dass es schlimmer ist, wenn wir alles schon vorher wissen, so wie in dem Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“.

Kennt ihr die Situation, dass ihr einen sehr klaren Plan gefasst hattet und am Ende kam etwas völlig anderes dabei heraus? Geht es nach Natalie Knapp, ist das ganz normal, weil ihrer Ansicht nach Unsicherheit, Kreativität und Freiheit fest zusammengehören. Johannes Haushofer, Juniorprofessor im amerikanischen Princeton, also an einer der renommiertesten Universitäten der Welt, wurde sogar berühmt mit seinem Lebenslauf des Scheiterns, der auf Facebook tausendfach geteilt wurde. Der Lebenslauf des deutschen Psychologen beginnt mit den Worten: „Das meiste, was ich versuche, misslingt.“ Auf die Frage, warum er sämtliche Misserfolge in seinem Lebenslauf veröffentlicht habe, erklärte Haushofer in einem Zeitungsinterview: „Ich habe es für eine Person getan, die gerade einen Rückschlag erlebt hat. Weil man sich in solchen Momenten einsam fühlen kann.“

Tröstlich sind auch die Bilder, die Schriftsteller für diesen Moment gefunden haben, in denen man das Gefühl hat, keinen festen Boden mehr unter den Füßen zu haben. Die Lyrikerin Hilde Domin formulierte das so: „Ich setzte den Fuß in die Luft und sie trug.“ Übersetzt bedeutet das: Wenn etwas Neues beginnen soll, ist es das Handeln selbst, das den Boden erzeugt. Weniger literarisch könnte man es so sagen: Keine Sorge, wenn Plan A nicht hinhaut. Das Alphabet hat noch 25 andere Buchstaben.

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