Der Sinn des Hängens

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B2-Niveau***Wer in Deutschland lebt, weiß, dass hier auf Umweltschutz geachtet wird. Klar, es mag manchmal lästig sein, den Müll zu trennen, aber am Ende freuen sich alle, dass die Straßen recht sauber sind. Daher wundert man sich, wenn man durch die Straßen von Wien geht und auf den Mülleimern Schilder sieht, wie: „Tag- und nachtaktiv“, „Ihre Papiere, bitte“ oder „Gib meinem Hängen einen Sinn“.

Beim Anblick dieser freundlichen Botschaften fragt man sich als Ausländer, ob die Wiener womöglich Nachhilfe in Sachen Umweltbewusstsein brauchen. Und tatsächlich hält dies die Stadt Wien offenbar für nötig, denn anders lässt sich nicht erklären, dass es in der Hauptstadt Österreichs 40 hauptberufliche so genannte WasteWatcher gibt sowie 400 ausgebildete Mitarbeiter. Vor denen ist man nicht einmal am Sonntag sicher. Wer von ihnen erwischt wird, zum Beispiel, weil er eine brennende Zigarette aus dem Fenster wirft, muss dafür tief in die Tasche greifen: 75 Euro kostet diese Nachlässigkeit. Kontrolliert wird außerdem der Umgang mit Sperrmüll, Hundekot und Einkaufswagen, die man irgendwo stehen lässt. Und wie finden die Wiener die Müllwächter? Anscheinend richtig gut, wie auf der Webseite wien.at zu lesen ist. 90 Prozent der Einwohner sagen demnach, dass ihre Stadt sauberer oder sogar sehr sauber geworden ist.

Den Eindruck, dass Wien besonders sauber ist, hatte ich persönlich zwar nicht. Was mir aber sehr gut gefallen hat, ist der Humor, mit dem sich die Stadt Wien an ihre Bürger wendet. So ist zum Beispiel in der U-Bahn zu lesen: „Rauchen kann Ihr Geldbörsel belasten.“ Die Aussage ist klar, sicher auch streng, aber eben zugleich auch witzig. Oder mit den Worten des österreichischen Skispringers Andreas Goldberger: Also, ich finde das super.

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