Schweine-Image

Schwein

 

das hübsche Schweine-Bild stammt von Peter von Felbert – www.felbert.de

 

Egal, ob Glücksschweine, Sparschweine oder andere Schweine: Wie kein anderes Tier hat das Schwein Redensarten unserer Sprache beeinflusst. Und gemeint sind mit den Sprichwörtern auch immer wir selbst. So bedeutet der beliebte umgangssprachliche Ausdruck: „Mann, hast du Schwein gehabt“, eigentlich unerwartetes Glück zu haben. Wahrscheinlich stammt diese Redewendung aus dem Mittelalter, weil damals bei Wettkämpfen der Schlechteste von allen ein Schwein erhielt. Für den Verlierer jedoch war das Schwein etwas Wertvolles, eben ein Glücksschwein.

Zu den vielen verschiedenen Theorien, warum Schweine ein Symbol für Wohlstand sind, zählt, dass sie ihre Besitzer reich machen. Kein Wunder also, dass die Deutschen ihr Kleingeld schon seit Jahrhunderten dem Sparschwein anvertrauen. Die ältesten deutschen Sparschweine wurden in Thüringen und Franken gefunden und sollen aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Einen Ausdruck muss ich noch erwähnen, nämlich den inneren Schweinehund, den man auf Deutsch überwinden kann und auch soll. Interessant ist er zum einen deshalb, weil er die ambivalente Beziehung zum Schwein zeigt und zum anderen nur im Deutschen existiert und nicht wörtlich in andere Sprachen übersetzt werden kann. In früheren Zeiten wurde dieser Schweinehund, der damals noch Sauhund hieß, bei der Wildschweinjagd eingesetzt. Wenn von ihm heute die Rede ist, geht es in der Regel um eine Art schwaches Ich, das nur mit Selbstdisziplin und Motivation besiegt werden kann. Klassisches Beispiel: Ihr sitzt abends auf der Couch und habt die Wahl zwischen einem Film und beispielsweise den Hausaufgaben für euren Deutsch-Unterricht. Entscheidet ihr euch für den Film, hat euer innerer Schweinehund gewonnen. Setzt ihr euch an die Hausaufgaben, habt ihr den Schweinehund besiegt. Das Aufschieben von Arbeit nennt sich neuerdings übrigens Prokrastination. Und wie man mit der so genannten „Aufschieberitis“ produktiv umgehen kann, zeigt das schöne Buch „Einfach liegen lassen“ von John Perry. Seine These lautet: Liegenlasser und Aufschieber mit Plan schaffen sogar enorm viel.

 

 

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